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Die Gründe warum ich mich nicht für den Schnuller meines Kleinkindes entschuldige

Kinder&Erziehung
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Mein erstes Kind hatte sich nie für den Schnuller interessiert. Ich habe einige Male versucht ihm einen in den Mund zu stecken, aber er spuckte ihn immer aus mit einem skeptischen, vorwurfsvollen Blick.

Aber mein Zweites? Es war Liebe auf den ersten Sauger. Und nach einer Weile kamen die skeptischen, vorwurfsvollen Blicke von anderen Leuten, und sie wurden zahlreicher, als meine Tochter vom Baby zum Kleinkind mit einem Schnuller heranwuchs. Wisst ihr, was ich darauf erwiderte? Macht doch einfach! Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, dass ich meinem Kleinkind den Schnuller gebe.

Meine Tochter benutzt an dieser Stelle keinen Schnuller mehr. Und sie wird bis zum Ende des Monats kein Kleinkind mehr sein – sie wird jetzt 4 und ich bin nicht diejenige, die heult, ihr tut es! Mit ein wenig Hilfe von euch, hat meine Tochter ihren geliebten Schnulli vor ein paar Monaten aufgegeben und, glücklicherweise, ist seitdem alles gut gelaufen.

Unsere Schnullerzeit ist vorbei und in der Rückschau betrachtet, bereue ich absolut nichts. Ich glaube nicht, zulange gewartet zu haben oder etwas getan zu haben, das in irgendeiner Hinsicht eine verlegene Erklärung jemandem gegenüber erfordert.

Über meine Entscheidung bin ich zuversichtlich wegen zweier Gründe: Schnuller sind einfach keine so große Sache und Eltern haben schon so genug mit harten Dingen zu kämpfen, die sowieso wichtiger sind und mir machte es den Alltag leichter, sodass ich mir dies auf die Fahne schrieb. Und wenn ihr denkt, das wäre nur eine Entschuldigung für meine Faulheit, na dann … egal.

Viele Eltern sind oft bekümmert, wenn sie ihrem Kind „zu lange“ (was immer das auch heißt) den Schnuller benutzen lassen. Ich weiß nicht warum, aber es irritiert ernsthaft einige Menschen. Aber hier die Gründe warum ich mich durch sie nicht schlecht fühlen lasse:

Das hat nichts mit euch zu tun

Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum manche Menschen so viel Theater um diese Sache machen. Es gibt einige Streitfragen, bei denen ich verstehen kann, dass man heftig darauf reagiert, selbst wenn es nicht um das eigene Kind geht, wie zum Beispiel Prügel, Sicherheit im Auto oder sogar Ernährung. Aber die Verwendung von Schnullern? Wirklich? Ihr wollt eure Zeit und Energie auf diese Sache aufwenden?

Das ist nicht euer Kind, das ist nicht euer Leben und ob mein Kind einen Schnuller benutzt oder nicht hat keine Auswirkungen auf euch.

Es gibt keine übereinstimmende Meinung darüber, was das Beste ist

Ernsthaft, googelt Ihr-wisst-schon-was, wenn ihr mir nicht glaubt. Und ihr werdet keine überwältigende Anzahl an Meinungen und einige Querdenker, die befremdliche Dinge sagen, finden. Denn einige Experten sagen, man sollte sein Baby nach zwölf Monaten den Schnuller abgewöhnen, andere nach zwei und nicht länger, andere meinen man kann es bis zum Kindergarten lassen. Es gibt also keine feste und schnelle Regel, wenn es um dieses Thema geht, und tut nicht so, als ob eure Fachkenntnisse alle anderen übertrumpft. Und die einzigen Spätfolgen bei denen alle Fachleute übereinstimmen, ist ein erhöhtes Risiko an Überbiss.

Der schlechteste Fall ist eigentlich keine große Sache

Oh, mein Gott, mein Kind könnte einen Überbiss haben?! Nein!

Wisst ihr, wer noch einen Überbiss hat? Dieses Mädchen hier (und das nach jahrelanger Kieferorthopädie). Wisst ihr, wer wortwörtlich nie das kleinste Problem mit ihrem Überbiss hatte, medizinisch oder sonst wie? Ich … wie auch eine überwältigende Anzahl an Menschen, die ebenfalls einen Überbiss haben. Tatsächlich sind Überbisse, ausgenommen in extremen Situationen, unbedeutend und lediglich kosmetisch. Dazu kommt es meist öfter von Natur aus vor, so dass ein Schnuller sowieso nicht die einzige Ursache für diese Fehlstellung sein kann.

Die Zahnärztekammer nimmt es damit viel gelassener als einige von euch

Wie schon gesagt, an diesem Thema scheiden sich die Geister, aber ich finde es interessant, dass die älteste und größte Institution Professioneller im Bereich der Mundgesundheit am nachsichtigsten ist, wenn es um Schnuller geht. Und ich zitiere:

Wenn ein Kind nicht von alleine damit aufhört, sollten die Eltern ihnen diese Angewohnheit ab dem 4. Lebensjahr abgewöhnen. Wie auch immer, übertriebener Druck dabei, kann mehr Schaden als Gutes anrichten.

Wirklich, sie sind offensichtlich nicht sehr darüber besorgt. Und ihr solltet es ebenfalls nicht sein.

Es verschafft mir Zeit, Frieden und Ruhe

Nachdem meine Tochter keinen Mittagsschlaf mehr gemacht hatte, war es mir immer noch möglich ein wenig dieser Ruhezeit zu erhalten, indem ich ihr „Schnulli und eine Pause“ jeden Nachmittag bot. Sie legte sich dabei auf das Sofa mit ihrem Schnuller (und manchmal einer Kinderfernsehsendung) und entspannte sich einfach für einige Zeit. Manchmal schlief sie sogar ein. Während dieser Zeit konnte ich sogar einiges an Arbeit erledigen. Es tat mir gut, es tat ihr gut, und ich war nicht sonderlich begeistert von der Idee, diese magische Zeit zu beenden, nur weil sie jetzt zwei oder drei Jahre alt wurde.

Es hilft ihnen beim Einschlafen

Es ist wie eine magische Schlaf-Taste während der Bettzeit, Leute. Wisst ihr, was einige Eltern dafür geben würden? Ich hatte einen in der Apotheke für fünf Euro gekauft. Was für ein Idiot schmeißt so viel Geld heraus, wenn nicht aus einem guten Grund.

Es beruhigt sie

Saugen ist eine vollkommen natürliche Art für die Kleinen sich zu beruhigen. Ich weiß nicht genau, was es damit auf sich hat (ich beruhige mich nicht besonders, indem ich an etwas sauge), aber das tut es und das ist keine Sache, die ich sehr hinterfragen möchte. Ich lasse es einfach darum geschehen.

Es ist kein Spritzer Tequila

Also wirklich, Leute! Im schlimmsten Falle ist es keine gute Angewohnheit, aber ich gebe meinem Kind nicht tagtäglich etwas, das ihm schadet. An der Weise wie sich manche Leute über Schnuller aufregen, würde man denken, sie wären aus Asbest und Whisky gemacht (vielleicht eine gute Idee für eine Mad Men Linie von Baby-Produkten? Nur ein Scherz. Bitte kein solches Unternehmen.)

Das sind halbfertige Erzeugnisse

Ich versuchte eigentlich einige Male meine Tochter dazu zu bringen sich den Schnuller abzugewöhnen und immer wieder wurde klar, dass sie einfach nicht so weit war. Nun… ich hätte es sicherlich erzwingen können. Einen Schnuller kann man immerhin leicht loswerden.

Da allerdings in fachgerechten Quellen, die ich gelesen habe, vor abrupten Maßnahmen abgeraten wird, hatte ich keine Hemmungen diesen Rat zu befolgen. (Andere mögen mit der abrupten Methode viel Erfolg haben und das ist in Ordnung! Aber wie gesagt, das ist keine exakte Wissenschaft).

Bei uns hat es funktioniert, weil sie schlussendlich mit dreieinhalb Jahren dazu bereit war, sich von ihren heißgeliebten Schnullern zu trennen.

Beruhigt euch also, Leute: wem auch immer ihr vorwirft seinem Kind einen Schnuller zu geben, könnte durchaus schon dabei sein, es ihm langsam abzugewöhnen. Aber wisst ihr was? Selbst wenn nicht.

Wer seid ihr überhaupt?

Geht weiter. Hier passiert nichts, worauf wir auf euren Ratschlag, Beitrag oder Urteil angewiesen sind. Macht ihr, was ihr wollt, lasst uns mit unseren Schnuller-liebenden Kindern unser Leben leben. Euch schulden wir keine Erklärung oder Entschuldigung.