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Die eine Sache, die mich davon abhält, mehr Kinder zu haben

Mamis Welt
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Schwanger bin ich unausstehlich. Und mein zweiter Sohn hat sein ganzes erstes Jahr kaum geschlafen. Nach zweieinhalb Jahren wurde es von total angenehm zu extrem herausfordernd. Ich werde nicht jünger und an manchen Tagen fühlen sich zwei mehr an, als ich verkraften kann. Und doch hat mich nichts davon abgehalten, mir weiteren Nachwuchs zu wünschen.

Die einzige Sache, die mich innehalten lässt, wenn es um Familienplanung geht, ist Geld. Ich wünschte, es wäre nicht wahr, aber sobald mir der Euro vor dem Kopf schwebt, wird mir klar, dass es für diese Mittelstandsfamilie zu viel ist. Es ist, als ob die Kosten der Kindererziehung völlig außer Kontrolle geraten wären. Und etwas muss sich ändern, denn Eltern sollten nicht das Gefühl haben, dass es unmöglich ist, ihre Familie zu vergrößern.

Ich scherze oft, dass ich gerne mehr Kinder haben würde, aber dafür muss ich erst im Lotto gewinnen. Die Wahrheit ist, auch wenn man es vereinfacht, Kinder zu haben, ist super teuer. Und ich rede nicht von der neuesten schicken Babyausstattung. Ich rede von den Grundlagen, wie z.B. der Gesundheitsfürsorge. Mein Mann und ich sind krankenversichert, aber die Gesundheitskosten pro Kopf betragen immerhin weit über 4000 Euro. Das ist nicht wenig.

Als eine Mutter, die Stoffwindeln benutzt, Kleidung selbst näht und immer das Budget einplant, bin ich hier zu sagen, dass die Erziehung von Kindern in Deutschland teuer ist, in jeder erdenklichen Art, ganz gleich wie man es auch dreht.

Ein weiterer Aufwand, der völlig aus dem Ruder gelaufen zu sein scheint, ist die Kinderbetreuung. Viele Familien entscheiden sich für ein einziges Einkommen, weil die Kinderbetreuung im Grunde genommen das gesamte zweite Einkommen verschlingen würde, aber das kostet diese Familie immer noch eine erhebliche Kürzung der Mittel. Und die Erziehung einer Familie mit einem einzigen Einkommen wird immer schwieriger. Für diejenigen von uns, die arbeiten, auch nur in Teilzeit, ist es fast unmöglich, eine bezahlbare und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu finden. In unserem Bundesland sind die Kosten für die KITA, mit 8,9 Prozent des Nettoeinkommens, erheblich höher als in den restlichen Bundesländern, aber auch da variieren die KITA-Kosten von Wohnort zu Wohnort. Und denke dann mal auf die Uni-Kosten, falls sich deine Kinder dafür entscheiden sollten.

Viele Familienaktivitäten sind so teuer geworden, dass sie unerschwinglich sind. Unsere Familie fährt seit einiger Zeit nicht mehr in den Urlaub, weil sie so teuer sind, ein weiteres Kind hinzuzufügen würde es unmöglich machen, es überhaupt in Betracht zu ziehen. Selbst ein einfacher Ausflug ins Kino ist zu einem ernsthaften Budgetproblem geworden. Musikunterricht, Sportverein, fast alle außerschulischen Aktivitäten dellen das Budget einer Familie. Seinem Kind so etwas gönnen wie eine Sprachwoche im Ausland, kommt wohl nur für Vielverdiener in Frage.

Dazu kommt das Nötigste, und es ist kein Wunder, dass die Menschen sich dafür entscheiden, weniger Kinder zu haben. Die Kosten für Lebensmittel, insbesondere für Bio-Lebensmittel, sind in den letzten Jahren gestiegen, und die Preise werden wahrscheinlich nicht so schnell sinken. Kleidung, Schuhe, du verstehst schon. Außerdem gibt es eine Unterkunft, die es zu berücksichtigen gilt. Wenn du in einem Ort mit teuren Immobilien lebst, kann das Hinzufügen eines Kindes einen erheblichen Betrag zu den Wohnkosten hinzufügen. Selbst wenn ein weiteres Kind nur ein größeres Auto bedeutet, die größeren Preisschilder scheinen überall zu sein.

Ich werde frustriert, wenn ich Artikel lese, die besagen, dass Kinder nicht teuer sind und dass Eltern nur materialistisch sind. Als Mutter die Stoffwindeln benutzt, Kleidung näht und immer an das Budget denkt, bin ich hier zu sagen, dass die Erziehung von Kindern in Deutschland teuer ist, in jeder Hinsicht. Meine Hoffnung ist, dass wir als Gesellschaft Wege finden können, diese Kosten zu mindern, denn die Freude, die ein Baby in eine Familie einbringt, lässt sich nicht in Euro und Cent messen.